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Im folgenden soll ein Blick auf die Entstehung und Entwicklung der verschiedenen Gürtelfarben und dem dahinterstehenden System geworfen werden – es ist doch verwunderlich: ein einfacher weißer Gürtel würde seinen Zweck doch auch erfüllen, oder?

  1. Zuallererst sollte festgestellt werden, dass es traditionell keine bunten Gürtelfarben gibt: Um Lehrer und Schüler voneinander abzugrenzen gab es lediglich schwarze Gürtel für den Trainer und weiße Gürtel für die Schüler. Nachdem der Schüler lange genug trainiert hatte und von von seinem Trainer als würdig empfunden wurde, wurde ihm ebenfalls ein schwarzer Gürtel verliehen. Dies wurde allerdings nicht als Meistergrad angesehen, sondern lediglich um festzuhalten, dass der Schüler die Grundzüge der Kampfsportart verstanden hatte.
  2. Die ersten Anfänge der Kyu-/Dan Grade sind in der Mitte des 17. Jahrhunderts in Japan ersichtlich: Im Spiel Brettspiel Go gab es erstmals unterschiedliche Ränge um die Vorgabe für den schwächeren Spieler festzulegen. Allerdings wurde erst im 19. Jahrhundert vom Judoka Jigoro Kano das Dansystem populär gemacht, um die verschiedenen Könnensstufen der Teilnehmer festzuhalten. Auch im Kendo entwickelte sich ein ähnliches System, welches aber vorrangig dazu diente die „Gehaltsstufe“ der Trainer festzulegen.
  3. Mit der Einführung und Ausbreitung der Kampfsportarten nach Europa wurde zu Vermarktungszwecken ein Gurtsystem für die Schülergrade geschaffen. Je nach Sportart unterschied sich dieses jedoch, wobei Grundsätzlich gesagt werden kann, dass die verschiedenen Töne den Fortschritt des Betreibenden wiederspiegeln sollten, so dass sie meist ihrer Farbstärker nach angeordnet werden. Weiß, gelb, orange, grün, blau, braun, schwarz, stellt beispielsweise eine verbreitete Anordnung im System der Farben für die Gürtel dar.
  4. Mittlerweile gibt es sogar viele Verbände und Stilrichtungen die die einzelnen Grade noch weiter unterteilen, also beispielsweise Weiß, Weiß-Gelb, Weiß-Gelb-Gelb, Gelb,… Bei diesem System ist allerdings fragwürdig ob die Unterteilung der Könnensstufen im Vordergrund steht, oder ob die Schüler dadurch eher motiviert und zu mehr Prüfungen angeregt werden sollen.
  5. Schlussendlich sollte bemerkt werden, dass es mittlerweile immer mehr Kampfsport-Betreibende gibt, die sich gegen die Vermarktung durch Gürtel aussprechen, da das Ziel eines Schüler nur noch der nächste Gürtel ist, beziehungsweise der schwarze „Meister“-Gürtel als Ziel gesehen wird und die wahren Ideen der Kampfkunst verloren zu gehen drohen.

Judo ist eine asiatische Kampfsportart, die psychisches und physisches Können vereint. Zwei philosophische Grundsätze liegen dem Judo im Wesentlichen zugrunde, nämlich einerseits das gegenseitige Helfen und Verstehen zum Fortschritt und Wohlergehen beider Kontrahenten und zum anderen der Einsatz von Körper und Geist .

Black BeltTraditionell tragen Judoka eine lange weiße Hose aus Baumwolle und eine weiße Jacke, die ebenfalls aus Baumwolle ist und die durch einen Gürtel gehalten wird. Um in Wettkämpfen die beiden Gegner unterscheiden zu können, trägt bei internationalen Meisterschaften ein Judoka einen blauen Judogi. Wenn das nicht möglich ist, werden die Kontrahenten durch einen zusätzlichen roten bzw. weißen Gürtel differenziert. An der Gürtelfarbe kann man den Grad der Ausbildung der Judoka erkennen.

Bei der Einteilung der Gürtelfarben muss man zunächst beachten, dass es eine Unterteilung zwischen Schüler,-und Meistergraden gibt. Jeder Schüler beginnt zunächst mit einem weißen Gürtel und kann durch das Ablegen von Prüfungen einen höheren Grad erreichen. Für die allererste Prüfung muss der Schüler mehrere Technikübungen am Boden zeigen. Der Sportler übt die Techniken mit dem Partner.

Sobald der Schüler seine Prüfungen abgelegt hat, ist er dazu befähigt einen höheren Grad einzunehmen, was auch mit einem Wechsel des Gürtels kombiniert ist. Die Schülergrade gehen bis zum braunen Gürtel, welchen man ab einem Mindestalter von 14 Jahren bekommen kann und bei den Schülern der schwierigste Grad ist. Nach den Schülergraden beginnen die Meistergrade, welche mit dem schwarzen Gürtel beginnen und mit einem roten Gürtel enden.

Der schwarze Gürtel ist also nicht der schwierigste Grad den man im Judo erreichen kann, sondern eigentlich der rote Gürtel. Jedoch gilt allgemein, je dunkler der Gürtel, desto erfahrener ist auch der Kampfsportler.